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By Alois Herlth, Ewald J. Brunner, Hartmann Tyrell, Jürgen Kriz

Der Untertitel dieses Buehes "Partnersehaft kontra Eltemsehaft" mufi und soli auf den ersten Blick Irritationen bei Leserin und Leser hervorrufen - legt er doeh den Eindruek nahe, als miisse guy sieh entscheiden und die Wahl des einen scblosse das jeweils andere aus. Dem steht natiirlieh die Erfahrung vieler entgegen, die gerade, weil sie sieh fUr Eltemsehaft, d. h. fUr eine dauerhafte Bindung an Kinder, entscbieden haben, die Partnerschaft vor aHem in der shape der eheliehen Bindung an einen bestimmten accomplice erst recht wollen. Und viele, die sieh an einen companion dauerhaft binden wollen, betraehten dies ganz und gar nieht als Ent scheidung gegen zukiinftige Kinder - eher ist das Gegenteil der Fall. Dennoeh gibt es aueh die anderen Erfahrungen: Kinder konnen dem Partnergluek im Wege stehen - ja sie konnen als 'Bedrohung' der Zweisamkeit empfunden werden; Partnerbindungen soli en, gerade urn Sehaden von den Kindem abzuwenden, aufgegeben werden - die Partnerschaft gefiihrdet die gedeihliehe Entwieklung der Kinder; guy erwartet von den Kindem die Akzeptanz eines companions oder einer Partnerin, die nieht mehr deren Viiter bzw. Mutter sind, oder guy entzieht den Kindem dureh "Alleinerziehen" ihre leibliehen Viiter bzw. Mutter. Diese und andere iihnliehe Beobaehtungen lassen den Verdaeht entstehen, daB eine dauerhaf te Verknupfung von Partnerschaft und Eltemschaft keineswegs mehr so selbstver stiindlieh ist, daB hier vielmehr zwei " Lebensformen," deren Einheit bislang stets dureh die "Familie" garantiert ersehien, sich "entkoppeln" und mehr und mehr "in Spannung" zueinander geraten.

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Der Untertitel dieses Buehes "Partnersehaft kontra Eltemsehaft" mufi und soli auf den ersten Blick Irritationen bei Leserin und Leser hervorrufen - legt er doeh den Eindruek nahe, als miisse guy sieh entscheiden und die Wahl des einen scblosse das jeweils andere aus. Dem steht natiirlieh die Erfahrung vieler entgegen, die gerade, weil sie sieh fUr Eltemsehaft, d. h. fUr eine dauerhafte Bindung an Kinder, entscbieden haben, die Partnerschaft vor aHem in der shape der eheliehen Bindung an einen bestimmten accomplice erst recht wollen. Und viele, die sieh an einen companion dauerhaft binden wollen, betraehten dies ganz und gar nieht als Ent scheidung gegen zukiinftige Kinder - eher ist das Gegenteil der Fall. Dennoeh gibt es aueh die anderen Erfahrungen: Kinder konnen dem Partnergluek im Wege stehen - ja sie konnen als 'Bedrohung' der Zweisamkeit empfunden werden; Partnerbindungen soli en, gerade urn Sehaden von den Kindem abzuwenden, aufgegeben werden - die Partnerschaft gefiihrdet die gedeihliehe Entwieklung der Kinder; guy erwartet von den Kindem die Akzeptanz eines companions oder einer Partnerin, die nieht mehr deren Viiter bzw. Mutter sind, oder guy entzieht den Kindem dureh "Alleinerziehen" ihre leibliehen Viiter bzw. Mutter. Diese und andere iihnliehe Beobaehtungen lassen den Verdaeht entstehen, daB eine dauerhaf te Verknupfung von Partnerschaft und Eltemschaft keineswegs mehr so selbstver stiindlieh ist, daB hier vielmehr zwei " Lebensformen," deren Einheit bislang stets dureh die "Familie" garantiert ersehien, sich "entkoppeln" und mehr und mehr "in Spannung" zueinander geraten.

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Und sie liiuft darauf hinaus, daB zwei unterschiedliche Arten von Liebe differenziert und unter abstrakteren Bedingungen der Kompatibilitiit aufein- 26 A. Kieserling ander bezogen werden, niimlich die exklusive Liebe der Gatten zueinander und die inklusive Liebe als diejenige Grundlage, auf der die Familie selbst integriert werden kann (Luhmann 1990a, S. 212). Dafiir muB man sich zuniichst klarmachen, daB Systemdifferenzierung keine Dekomposition des Gesamtsystems in eine Mehrzahl von Teilsystemen voraussetzt.

Westdeutscher Verlag, Opladen, S 218-228 Luhmann N (1991) Die Form "Person". Soziale Welt 42:166-175 Luhmann N (1992) Inklusion und Exklusion. MS Bielefeld Parsons T (1951) Values, Motives and Systems of Action. In: Parsons T, Shils EA (eds) Toward a General Theory of Action. Harvard Univers. , Cambridge, Mass, S 45-275 Schwab D (1975) Familie. In: Brunner 0, Konze W, Kosellek R (Hrsg) Geschichtliche Grundbegriffe: Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprahe in Deutschland, Bd. 2. Stuttgart.

Nicht deshalb, weil Naturwissenschaft per se oder der Import ihrer Konzepte in die Sozialwissenschaften eine graBere Dignitiit oder gar einen haheren Erkllirungswert hlitte. Vielmehr deshalb, weil der Phlinomenbereich oft besser abgrenzbar, weniger vordergriindig ideologisch durchsetzt und stattdessen von hoher Pragmatik geprligt ist - denn der Erkllirungswert naturwissenschaftlicher Konzepte flir die (naturwissenschaftliche) Praxis wird sehr viel schneller deutlich und bildet ein besseres Korrektiv gegenuber lebensfernen Sprachspielen, als dies in den Sozialwissenschaften der Fall ist.

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